Donnerstag, 13.08.2020 16:29 Uhr

Probleme beim Spielbetrieb der 3. Liga in der Corona-Zeit

Verantwortlicher Autor: Ulrich Behrens Magdeburg, 23.04.2020, 18:50 Uhr
Presse-Ressort von: Ulrich Behrens Bericht 6351x gelesen
MDCC-Arena, Magdeburg
MDCC-Arena, Magdeburg  Bild: faszination-fankurve.de

Magdeburg [ENA] Zum erwünschten Spielbetrieb in der 3. Liga in der jetzigen Corona-Situation und die dadurch entstehenden Probleme. Hundert Tausende verfolgen jedes Wochenende die Spiele im Stadion, Millionen vor dem Fernseher. Die Spieler sind Vorbilder für viele Jungen und Mädchen.

“Aus dieser Stellung erwächst dem Fußball eine gesellschaftliche Verantwortung. Wenn Ärzte und Pflegepersonal Tag und Nacht für ihre Patienten im Einsatz sind, wenn Kinder und Jugendliche nicht zur Schule oder zur Kita dürfen, wenn Gastronomen, Einzelhändler, Künstler und viele andere um ihre finanzielle Existenz bangen, dann darf der Fußball insbesondere in der 3. Liga mit der Verwurzelung der Vereine in den Regionen und Städten keine Sonderrolle für sich beanspruchen. Wenn er das tut, verliert er seine wichtige Verwurzelung und missachtet seine gesellschaftliche Verantwortung”, erklärte der Geschäftsführer der 1. FC Magdeburg Spieltriebs GmbH, Mario Kallnik.

Spieler, Trainer und Mannschaftsbetreuer in der 3. Liga

Eine Sonderrolle hätte nicht nur gesellschaftliche sondern auch konkrete medizinische Auswirkungen. Um überhaupt wieder an einen Spielbetrieb ab Mai 2020 in der 3. Liga zu denken, wäre die Einführung eines um- fangreichen Testsystems notwendig. Alle Spieler, Trainer und Mannschaftsbetreuer der 3. Liga würden Tausende Tests bis zum Ende der Spielzeit beanspruchen. Auch wenn ein Weg gefunden wird, dass dies nicht von diesem allgemeinen Testkontingent abgeht, so stünden doch diese zusätzlichen Kapazitäten nicht dort zur Verfügung: nämlich in Krankenhäusern und in den Alten- und Pflegeheimen.

Harte Quarantänemaßnahmen als Folge

“Wir befürchten, dass solche Tests allein nicht ausreichen werden. Sollten Infektionen bei unseren Spielern, Trainern und Mannschaftsbetreuern sowie ihren Lebenspartnern und Kindern auftreten, besteht aus unserer Sicht die Gefahr, dass sie sich für einen längeren Zeitraum auf harte Quarantänemaßnahmen einstellen müssten. Dies hätte zur Folge, dass der mögliche Spielplan nicht eingehalten werden könnte und erneut – im schlimmsten Fall schon kurz nach Wiederbeginn – über eine Einstellung des Spielbetriebs entschieden werden müsste. Auch das Konzept, auf die Verfolgung der Infektions- kette bei Spielern zu verzichten, um den Spielbetrieb bei der Erkrankung eines Spieler fortführen zu können,...

...würde eine weitere und unverantwortliche Sonderrolle des Fußballs in der Gesellschaft bedeuten. Dies ist insbesondere bei den Überlegungen der Bundesregierung im Hinblick auf weitere Lockerungen, in Kombination mit der noch engeren Verfolgung der Infektionsketten, weiteren Personalbedarf bei Gesundheitsämtern und der Bereitstellung einer Corona-App zur Nachverfolgung der Infektionsketten und entsprechenden Quarantänen in der Bevölkerung nicht vermittelbar”, so die nachdenkenswerten Hinweise von Mario Kallnik.

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