Dienstag, 23.10.2018 02:36 Uhr

Ein Handball-Krimi für Deutschland bei der EM

Verantwortlicher Autor: Ulrich Behrens Zagreb, 18.01.2018, 18:37 Uhr
Presse-Ressort von: Ulrich Behrens Bericht 5824x gelesen
Remis gegen Mazedonien.
Remis gegen Mazedonien.  Bild: Sportfoto DHB

Zagreb [ENA] Dieses Europameisterschafts-Spiel war ein wahrer Handball-Krimi, bei dem die deutsche Mannschaft m Vorrunden-Spiel ein 25:25 (12:11) Unentschieden gegen Mazedonien in Zagreb (Kroatien) erkämpfte. Damit verfehlte Deutschland den ersten Platz in ihrer Gruppe.

Den nimmt nun Mazedonien ein und besitzt damit in der Hauptrunde eine so "exklusive" Konkurrenz, die mit berechtigten Chancen auf einen Titelgewinn in die folgenden Auseinandersetzungen gehen. Denn ab Freitag steht das deutsche Team mit dem Bundestrainer Christian Prokop in der Hauptrunde Olympiasieger Dänemark, Ex-Weltmeister Spanien und Tschechien als New-Comer gegenüber.

Dem Titelverteidiger winken harte Auseinandersetzungen

Für Deutschland als Titelverteidiger bedeutet diese Ausgangsposition einen deutlichen Dämpfer bei ihren Ambitionen auf die Verteidigung des Titels. Die Schuld für dieses Unentschieden liegt offensichtlich in den relativ schwachen Offensiv-Leistungen, denn die beiden Torhüter Andreas Wolff - in der Anfangsphase - und Silvio Heinevetter (bis in die Schluss-Phase agierend) lieferten eine gute Leistung ab. Sie ließen sich auch von den auffällig anfeuernden mazedonischen Fans nicht erschüttern. Sie strahlten Ruhe aus und gaben auch ihrer Abwehr einen berechtigten Halt.

Im Abwehrzentrum sorgte Finn Lemke für Stabilität

Ihre Vorderleute packten diesmal auch kräftiger und erfolgreicher zu. Besonders der neu ins Team eingestiegene Finn Lemke im Abwehrzentrum leistete einen guten Part. Er feuerte seine "Abwehr-Nachbarn" aus dem "Abwehr-Triumphierat" Patrick Wienzek und Hendrik Pekeler mit Gesten und Kommandos an. Auch das zeigte eine seiner spiel-charakterlichen Leistungen: Nach dem wenige Tage vorher gegen Slowenien nur in einer "Krimi-Handball-Schlacht" ein Unentschieden erreicht wurde, entschied Prokop, Lemke nachrücken zu lassen.

Abwehrstratege Lemke kam aus Fuerteventura zu zum Spiel

Er holte ihn aus dem Urlaubsort Fuerteventura nach Zagreb für das Spiel. Auf den verschiedenen Anfahrts- und Flugzwischen-Stationen erreichte er seine Mitspieler noch rechtzeitig für das Mazedonien-Spiel. Wie schon im Slowenien-Spiel kam das deutsche Team schlecht in die Anfangsphase hinein. Die Mazedonier wirbelten im Angriff mit exzellenten Positionsveränderungen die Deckung auseinander. Und im Angriff unterliefen den Deutschen viele technische Fehler - Abgabe- und sogar Fangfehler. Dadurch lagen die Bad-Boys schon in der 8. Minute mit 3 Toren 2:5 hinten.

Steigerung von Wolff im Tor und Lemke im Mittel-Block

Doch mit zunehmender Steigerung von Wolff im Tor und Lemke im Mittelblock erreichten sie in der 18. Minute den 7:7-Ausgleich. Danach tankten sie weiterhin an Selbstvertrauen. So vollstreckten Patrik Wienzek, Uwe Gensheimer und insbesondere Steffen Weinhold - er erzielte insgesamt 8 Tore im gesamten Spiel - die "Einwurf-Möglichkeiten" auf 11:8. Doch nach dem Wechsel wechselten sich in der DHB-Mannschaft Licht und Schatten ab. So markierte Kiril Lazarow, der 38-jährige mazedonische Einzel-Könner - in der 35. Minute den 15:14-Führungstreffer für die Hünen vom Balkan. Beim Rückstand vom 16:19 (43. Minute) nahm Prokop eine Auszeit und forderte mit erhobener Stimme: "Wir müssen die Ruhe bewahren und brauchen mehr Überzeugung in unseren Aktionen."

Dramatische Schlussphase zwischen Mazedonien und Deutschland

Das setzten sie bis zur 50. Minute auch um. Da erzielte Weinhold den Treffer zum 21:20. Doch eine Minute später kam postwendend der Ausgleich zum 22:22. Und dann die dramatische Schluss-Phase. Patrick Groetzki erzielte mit einem überragenden Sprung-Wurf das 24:23. Doch Mazedonien glich zum 25:25 aus (59. Minute). Und 13 Sekunden vor dem Schluss-Pfiff verhinderte Heinevetter einen weiteren Treffer für die Mazedonier. Nach dem Spiel schätzte Prokop ein: "Mir geht es nicht ganz so gut. Wir hatten die Chance auf den Sieg, spielten es aber zu undiszipliniert in der letzten Szene."

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