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Weltrekordbrücke im sagenumwobenen Harz

Verantwortlicher Autor: Ulrich Behrens Elbingerode, 30.06.2017, 18:43 Uhr
Presse-Ressort von: Ulrich Behrens Bericht 6045x gelesen
Weltrekordbrücke im Harz
Weltrekordbrücke im Harz  Bild: Martin Paul

Elbingerode [ENA] Der sagenumwobene Harz hat eine außergewöhnliche Attraktion: Seit kurzem kann dieses nördlichste Gebirge Deutschlands auf einen Weltrekord verweisen: Es wurde mit 458 Metern die längste Seilhängebrücke eingeweiht. Bisher konnte die russische Olympiastadt Sotschi diesen Titel für sich beanspruchen.

Die bis dato längste dieser Seilhängebrücken in Sotschi beträgt 439 Meter. Immerhin betrifft es den Unterschied von knapp 20 Metern im Verhältnis zur neuen "Weltrekordlerin". Wahrscheinlich findet dieses außergewöhnliche Bauwerk in das Guinness-Buch der Rekorde seinen Eintrag. Diese "Weltrekord-Brücke" überbrückt das bekannte und das von Touristen so beliebte Rappbode-Tal und liegt neben der gleichnamigen Talsperre bei Elbingerode.

Ein mulmiges Gefühl beim Begehen der Brücke

Das Studentenehepaar Friderike und Haakon Rasmussen aus Norwegen ließen es sich nicht nehmen, dieses gigantische Bauwerk selber zu begehen. "Wir mussten anfangs beim Begehen der Brücke umgeben von Stahl seilen und Gitterrosten auf ein inneres Gleichgewicht achten", erklärte Haakon , außergewöhnlich beeindruckt, auf Grund seiner Stimmlage – von dem individuellen Erlebnis. "Mir ist nach dem anfangs unsicheren Trippeln auf schwindelnder Höhe immer noch mulmig", meinte Friderike ergänzend. Doch beim Erreichen der Mitte bei etwa 250 m auf der Brücke verunsicherte anfangs ein immer lauter werdendes Pfeifen ihre Schrittfolge und auch die zusätzlichen Ausrufe der Begeisterung.

Sturzflug an Stahlseilen an der Brücke vorbei

Da tauchten in dem diesigen Wetter zwei Männer auf, die im Sturz- Flug an Stahlseilen an der Brücke vorbei schräg über das Tal "segelten" – das nennt sich Ziplin. Danach gab es einen kleinen Rededisput zwischen Friderike und Haakon. Der mutige Partner der beiden wollte seine angetraute Friderike zum Nachvollziehen des Stahlseilfliegens überreden. Doch spontan lehnte auch ansatzweise sie dieses Unterfangen ab.

Mutprobe abgelehnt

Da verließ sie der Mut. Denn immerhin mußte man mit zwei 1000-m-langen Stahlseilen ins Tal rauschen. Die beiden Erbauer dieser Seilhängebrücke , die Brüder Maik und Stephan Berke, boten nach dreieinhalb Jahren Planungszeit und zehnmonatiger Bauzeit dieses sogenannte Stahlseilfliegen mit als Attraktion (als Mut- beweis) an. Diese sichtbare Ablenkung beim Begehen der Brücke ist insofern forteilhaft für die Besucher, denn sie fühlen sich beim Gehen wie auf einer Schiffsplanke in leicht stürmischer See.

100 Meter über der Rappbode | Bild: Martin Paul
Die ersten Gäste der Hängebrücke | Bild: Martin Paul
Die Hängebrücke an der Rappbodetalsperre im Nebel | Bild: Martin Paul

Wie auf einer Schiffsplanke in leicht stürmischer See

So reagierte auch einer der "Erbauer-Brüder" Maik Berke: "Meine größte Hoffnung besteht darin, dass die Menschen mit einem Lächeln auf den Lippen von der Brücke gehen." Ein wenig deutlich sichtbarer reagierten die beiden Norweger nach 458 Metern der Trittfolge auf der Seilhängebrücke mit einem Lächeln. "Wenn wir wieder in unserer Norwegischen Heimat sind, werden wir werbeträchtig von unserem Erlebnis um die Weltrekordbrücke berichten." "Wir haben auch schon erfahren, dass bei Oslo ebenfalls eine Brücke mit derartigen Dimensionen gebaut werden soll", erklärte Haakon mit Begeisterung, in Erwartung eines derartigen "Highlights" vom Harz in seiner Heimat.

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